When I dream
28.05.06 Begründung zur Kriegsdienstverweigerung

Begründung zur Kriegsdienstverweigerung

Gemäß Art. 4 Abs. 3 Satz 1 des Grundgesetzbuches möchte ich den Kriegsdienst hiermit verweigern um stattdessen den Zivildienst zu leisten.
Was ich folgendermaßen zu begründen gedenke.
Ich denke das ein jeder Mensch der seinen Verstand auch eigenständig zu gebrauchen weiß, definitiv wissen müsste das Gewalt lediglich ein Teufelskreislauf aus sich gegenseitig immer wieder vergeltenden Akten der Dummheit und Brutalität darstellt. Für mich ist ein Verlierer wer zuschlägt!
Zumal welche Ziele werden bei einem Krieg verfolgt?
Besitzansprüche, Gier und Machtausdehnung. Doch was ist Besitz? Hat nicht schon immer die ganze Welt niemanden und doch jedem gehört? Sollte ich mich nun dafür einsetzen dieses "Besitzrecht", welches ich wie gesagt ohnehin in Frage stelle, mit meinem Leben und dem Blute anderer, aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit, gegen welche ich nicht einmal was auszusetzen habe, zu verteidigen?
Nein!
Gewalt war nie, ist nie und wird nie die Antwort auf irgendeine Frage sein. Denn Gewalt schafft Gegengewalt und so abstrakt das auch klingen mag, wenn man geschlagen wird besteht die Lösung gewiss nicht aus dem plumpen zurückschlagen! Stärke heißt für mich sich nicht zu wehren, alle Schmerzen zu ertragen und als gutes Beispiel zu dienen. Ich habe aus diesen Gründen ein, wie soll ich sagen, inspirierendes Vorbild gewählt das sicherlich bekannt sein dürfte.
Mahatma Gandhi. Er hat gezeigt das man auch ohne Gewalt etwas bewegen kann. Also wie gesagt ich halte Gewalt lediglich für eine Praxis derer die nicht fähig sind andere Wege der Problemlösung zu beschreiten, man könnte auch sagen das Gewalt ein deutliches Anzeichen der Charakterschwäche für mich darstellt. Eine Charakterschwäche welche ich nicht vorhabe zu teilen. Wozu haben wir denn sonst über lange Jahre der Evolution unser Hirn ausgebaut? Um es uns wie in den alten Tagen gleich wieder einzuschlagen?
Zumal die Bundeswehr ohnehin nur der lange Arm der Industrie ist, welche, wie wir ja alle wissen, nicht gerade sehr nett zu der Erde ist auf der wir wandeln. Was ich ebenfalls in keinster Weise zu unterstützen beliebe.
Denn wer Industrie und Gewalt unterstützt, der freut sich auch über abgeholzte Wälder. Man denke dabei an das Zitat eines gewissen ehemaligen Indianer-Häuptlings:
Denn erst wenn der letzte Baum gerodet, das letzte Tier getötet und der letzte Fluss verseucht ist, werdet ihr feststellen das man Geld nicht essen kann!
Zumal ich die allgemein übliche du bist kein Mensch sondern ein Soldat Handhabe auch nicht gerade, wie soll ich sagen, menschlich finde? Ich bin nicht dafür das der Mensch zum Sklaven des Papieres derer wird, die ohnehin einen um einiges "privilegierteren" Lebensstandard zu leben pflegen.
Schusswaffen sind die Erfindung von Menschen die es nicht schaffen ihren Opfern in die Augen zu sehen. Die es nicht aushalten zu sehen wie das Leben, die Vergangenheit und die Persönlichkeit aus den leblosen Körpern ihrer Opfer entweicht. Wie die armen Angehörigen da wohl drauf reagieren?
Womit wir schon wieder beim vorhin schon kurz erwähnten Kreislauf der Gewalt angelangt wären. Stärke heißt seinen Charakter und seine Persönlichkeit auf eine pazifistische Art und Weise zu repräsentieren. Denn nur die geistig Schwachen und gierigen Menschen bedienen sich der Gewalt um ans Ziel zu gelangen. Im großen Spiel des Lebens gesehen würde ich dies als Mogeln bezeichnen. Schlagen tut nur wer nicht weiter weiß. Man könnte es also auch als Aufgabe sehen, die Aufgabe des Versuchs Probleme mit dem Geist zu lösen. Ein jeder Konflikt ist eine Herausforderung an den Geist und eine ausgezeichnete Möglichkeit sich wahrlich weiter zu entwickeln. Mit Gewalt macht man dies jedoch zunichte und mit jedem weiteren Gewaltakt entwickelt sich unser Geist zurück. Zurück in der Fähigkeit Konflikte mit Verstand, Herz und Seele zu lösen. Und heißt es nicht auch Liebe deinen nächsten wie dich selbst? Nur Liebe ist ein Ausweg aus dem Kreis der Gewalt.
Nämlich die Nächstenliebe, welche sich bezüglich der Gewalt zum Beispiel durch Aufmerksamkeit, Respekt und Verständnis äussert und nicht durch Gegengewalt!
Sollte es da nicht das höchste Gut der christlich geprägten westlichen Zivilisation sein eben diesem guten Beispiel zu folgen welches in der Kirche so häufig gepredigt wird?
Kein Land der Welt hat mehr Rechte als ein anderes und daher auch kein Recht ein anderes zu kontrollieren, versklaven oder auch nur zu verurteilen! Ebenso wie es auch bei den Menschen der Fall ist!
Schon alleine aus diesem Grunde möchte ich nicht der verlängerte Arm, also die ausführende GEWALT für Menschen sein die dieses nicht verstehen und genau das Gegenteil als Tugend zelebrieren.
Ich möchte den Menschen auf meinem Weg helfen den ihren zu gehen weswegen ich daher diesen Antrag stelle um beim Zivildienst die Möglichkeit zu erhalten genau dieses zu tun.
Ich bedanke mich im voraus für ihre Bemühungen und hoffe auf eine baldige Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
...


Jan - Eike Wilmsmeyer
Hameln, den 28.05.06

12.5.10 18:19
 


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