When I dream
15.02.2004 Die Fenster zur Seele

Die Fenster zur Seele

Es sind die die Schlüssel zur Welt
auch sind es die Schlüssel zur Seele
wie es wohl ohne sie wäre
so manche nutzen sie als künstlerischen Ausdruck
ein Ausdruck der niemanden missfällt
weil ein jedes von ihnen eine Geschichte erzählt
Geschichten vom Leben
Geschichten vom Tod
Geschichten vom Glück
Geschichten von Not
dieses Gedicht
ihr müsstet es erkennen
ist ein Gedicht an das Auge
eins von "Gottes" größten Geschenken
deine waren es die mich veranlassten
dieses Gedicht zu verfassen
wer weiß vielleicht möchte ich damit auch sagen
das deine Augen noch immer eine Bedeutung für mich haben...


Jan - Eike Wilmsmeyer
Mainzholzen, den 15.02.2004
12.5.10 19:17


26.05.2004 Der Strom

Der Strom

wecker klingelt
tristes grau
sieben uhr
raus aus dem haus
verfahr dich nicht
immer geradeaus
vorfahrtstraße
die welt zieht vorrüber
abbiegen illegal
umdrehn undenkbar
du bist teil
teil des großen ganzen
viren verachten
eine aufgabe
wirtschaft anschieben
eine andere
immer geradeaus
?SINN DES GROßEN GANZEN?

bewegung
stehen bleiben verboten
!FREIHEIT!
virus
viren werden verachtet
verachtet werden
weiterfahren
abbiegen illegal
umdrehn undenkbar
tristes grau
achtzehn uhr
arbeit schluss
zurück in den kreislauf
zu hause
fernsehen
schlafen legen
träumen verboten
wecker klingelt
tristes grau
sieben uhr
raus aus dem haus
verfahr dich nicht
denn die die welt braucht dich
straßen sind adern
banken, börsen sind organe
ihr seid das blut
pulsiert bloß gut
denn das graue herz das schlägt
das ganze grau zusammenhält


Jan - Eike Wilmsmeyer
Mainzholzen, den 26.05.04

12.5.10 19:16


08.05.2003 Der Sprung

Der Sprung

Einsamkeit auf einer Brücke über dem Hort ihrer Erinnerungen.
Die Kälte selbst streicht sanft über ihre in Melancholie gehüllte Haut.
Der Wind weht ihr eine Strähne ins Gesicht, das ohne Ausdruck in die Freiheit starrt.
Lichter, welche zu ihr emporsteigen aus dem Garten ihrer  Angst, verschwommen.
Durch die Tränen ihrer Gewißheit scheint es als würden sie lachend zu ihr tanzen.
Die Dunkelheit hinter ihr überdeckt jedes positive Gefühl in ihr als hätte es nie existiert.
Das Gewicht ihrer Emotionen drückt ihren Brustkorb wie eine unsichtbare Last zusammen.  
Ihre Muskeln verspannen sich schmerzhaft und treiben den Rest in ihr zum totalen Chaos.
Freiheit.
Ist es das was sie sucht?
War es der Grund ihres Verschwindens?
Ihre Muskeln entspannen sich.
Sie fällt.
Ihr Brustkorb dehnt sich aus und die Last auf ihrem Herzen zerspringt in einem Meer aus Farben.
Jedes Gefühl, das sie einmal gehabt hat, kehrt an den Ort seiner Geburt zurück.
Vor ihren Augen öffnet sich ein Vorhang und legt ein mit gleißendem Licht geflutetes Theater frei.
Das Theater führt ihr Stück auf.
Das Stück heißt Leben.
Viele junge und alte Menschen verfolgen jede Bewegung der in prachtvollen Kleidern gehüllten Artisten.
Mit jeder Sekunde führt das Stück tiefer in ihre Vergangenheit.
Ihre Seele springt glücklich tänzelnd zu einer Melodie aus ihrer Kindheit durch das Publikum.
Die Melodie wird schneller und schneller, die Farben intensiver und das Licht heller.
Alles, was war, verliert an Bedeutung.
Alles Schlechte in ihrem Leben ist auf einmal nicht mehr als ein Teil ihres Theaterstücks.
Doch plötzlich schließt sich der Vorhang und die Melodie verstummt.
Als sie aufprallt spürt sie nichts außer der Freiheit.
Die Lichter der Stadt erlöschen und nun verschluckt die Dunkelheit auch sie.
Sie lächelt.

Jan-Eike Wilmsmeyer
Mainzholzen den 08.05.2003
12.5.10 19:14


20.04.2004 Der Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens der heutigen Welt
pass dich an so gut wie es geht
fall nicht auf tu was sie sagen
glaub was sie predigen geh niemand an den Kragen
liebe den Status sei im Trend
nutz alles aus was in deinen Weg lenkt
sei höflich nett und Patriot
kritisiere nicht das tut nicht not
finde dich ab mit dem was du hast
vergiss bloß das Wort Ungerechtigkeit
ordne dich unter die Reichen und Schönen
denk dran für alles muss man löhnen
hol dir teuersten Klammotten
das wird schon Stil haben
lass dich von niemanden verspotten
verteidige deinen Namen
besorg dir den besten Anwalt den du kriegst
damit du wenigstens ein wenig sicher bist
sieh oft fern schau viel Werbung
denn so laufen morgen die Insider rum
sei ordentlich und bemüh dich guter Arbeit
interessier dich nicht für die Vergangenheit
lauf in die gleiche Richtung wie die andern
und auf keinen Fall darfst du Fragen haben
falls dir das alles nicht gefällt
falls du das immer noch nicht verstehst
der Sinn allen Lebens in der heutigen Welt
sind immer noch man selbst und das Geld

Jan - Eike Wilmsmeyer
Mainzholzen den 20.04.2004
12.5.10 19:13


28.04.2003

Der Platz an deiner Seite

Wo die Zeit still zu stehen scheint
und doch man meint
die Ewigkeit zu fühlen.
Wo der Schmerz als schwache Wellen zu spüren,
und doch die pure Glückseligkeit einen erfüllt
Wo man keine Wärme mißt.
Die Kälte im Verborgenen ist.
Wo ein Schleier der Schönheit den Geist benebelt,
das Herz den Kreislauf kaum noch regelt.
Stille in keinster Weise beunruhigend zu empfinden,
während meine Seele in der deinen verschwindet.
Man die Gedanken des anderen zu spüren glaubt,
während deine Anmut mir weiter die Sinne raubt.
Mein Verstand sich im Irrgarten des Gefühls sicher wiegt,
doch spätestens als ich in deinen Augen versinke
und der Geist ein letztes mal schreit:"Komm zurück!",
weiß ich, das ist der Augenblick, wo das Herz den Kopf besiegt.

Jan-Eike Wilmsmeyer
Mainzholzen den 28.04.2003

12.5.10 18:45


28.04.03 Der Klang der Musik

Der Klang der Musik

Das Ohr gespannt auf den Augenblick des ersten Takts.
Die Augen blicken umher und fügen das Sehen und Hören zu einem Ganzen zusammen.
Der einzelne Ton reißt den Körper umher der sich zum Tanze aufgerichtet hat.
Die Gefühle tanzen mit jedem weiteren Laut immer weiter in die Unendlichkeit der Musik.
Das Sein existiert für die Länge des Liedes nur noch in verschwommenen Erinnerungen.
Der Geist vergißt plötzlich das Atmen und scheint sich aus dem Gefängnis des Körpers zu lösen.
Die Bewegungen verschmelzen mit dem Takt der Musik werden eins mit ihm.
Das Ich ist für die Dauer eines Augenblicks Bestandteil des Liedes selbst.
Die Klänge werden zu den engsten Vertrauten die man schon seit Jahren zu kennen scheint.
Man verläßt die Realität mit einem Regen aus Emotionen, hinaus in die Freiheit.
Die Sinne werden mit jeder weiteren Sekunde mehr gelähmt.
Doch dann ist es wieder Stille und die Seele verschwindet unter Protest wieder in den allzu realen Körper seiner Selbst.

Jan-Eike Wilmsmeyer
Mainzholzen den 28.04.2003

12.5.10 18:41


01.11.05 Der gebrochene Spiegel

Der gebrochene Spiegel

Das Leben ist nicht immer schön
so sah ich mich im selben stehen
die Sorge war mein Begleiter Tag aus Tag ein
ob die Menschen mit mir zufrieden seien
ich sprach und kleidete wie sie mir empfahlen
war wie sie, zu meiden der Einsamkeit Qualen
ich sann darüber, wie sie sich mir gaben
gedachte dem Vergangenen, was andere über mich sagten
ich war für sie, um ihrer Liebe willen
war niemals Ich, für mich, im Stillen
kein Wort das man mir gab
entsprach der Wahrheit, nur Verrat
doch je mehr ich darüber erzürnte
desto mehr ich mich von mir selbst entfernte
doch in jenem Augenblick, als ich mich und das Jetzt aus den Augen verlor
ich ein unaufhaltsames Übel in mir heraufbeschwor
denn nun bin es nicht mehr ich der meine Geschicke lenkt
sondern das Leben selbst, das mit Druck sich freigesprengt,
das, was aus Furcht ich zu verhindern trachtete
sich mit geballter Kraft nun eigenständig machte
nachholend was ich sein sollte,
schlimmer als ich sein wollte
gleicht es aus die Zeit die ich verlor
als ich noch in mir selbst erfror
tut es Dinge die nicht mein
und doch bin der Grund nur ich allein
der Fluss des Lebens den ich staute
weil ich zu sein mich nicht traute
so bin ich verdammt zu zweit zu sein
gefangen in dem einem, meinem Leib
welch Trugschluss zu glauben ich könnte das Leben halten
denn es war dieser Versuch, der den Spiegel gespalten

Jan -Eike Wilmsmeyer
Mainzholzen, den 01.11.05

12.5.10 18:39


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