When I dream
28.04.10 Ode an Dionysos

Ode an Dionysos

 

Zwischen all dem Grauen, Starren
ja selber schon zu starren droh
werde ich, König der Narren
in diesem Aussen nicht mehr froh

Muss ich mich nach innen wenden
zum Anfang allen Seins
das graue Starren zu beenden
Vernichterin des Scheins

Dort in jenem Lichte
zu Füßen deiner Quelle
während ich mich aufrichte
übertrete ich eine Schwelle

Und aus mir raus, hinaus, empor
strahlt meiner Wesen Sinn
in deinem Rausche tut sich vor
wahrlich, alles was ich bin

Und im Meere dieser Flammen
wird das Starre kurz nur still
in ihren Herzen, ihrem klammen
erblüht was ich ihm sagen will

Dein Frühling, mein Geschenk
dionys, extatisch Knospenwuchs
Inspiration deiner gedenk
weil Schlange sich auch häuten muss

so lass mich walten
in deiner Melodien geleit
den Winter zu erkalten
bis aller Stillstand ist befreit

Jan - Eike Wilmsmeyer
Göttingen, den 28.04.10

12.5.10 20:14


07.04.10 1, 2, 3 Fight!!!

1, 2, 3 Fight!!!

 

Ich nehme meine Erinnerungen
nehme all meine Vorlieben
und reibe sie an die Wand
denn hinter allem was mir Recht ist
bin ich, ich selbst allein
hinter allem was mich zieht, drückt ja tanzen lässt
höre ich endlich wieder die Stille aus der ich kam
dort wo es keinen Menschen gibt bis auf mich
dem ich trauen sollte
so viel des Reizes, so viel des lockens
so viel des lauten Gesanges
hat es mich doch tatsächlich immer wieder
lenkt mich von meinem Weg
durch Straßen von Schaufenstern laufe ich
immer wieder wenn ich dann
stehend am blinkenden Lichte
phantasierten Klängen lausche
hat es mich wieder
das vermeintlich Schöne
lähmende Circe, Spinne, Schabernack
Maskenbildner der Vernunft
und wenn dann die Jahre ins Land ziehen
werde ich mich lösen müssen
um endlich zu dem Kristall zu gelangen
den ich brauche
um all der Himmelsschätze
welche mich schickten
gewahr zu werden
dann brauche ich auch keine Blinklichter mehr
keinen Blick mehr ins blinkende Lichtermeer

 

Jan - Eike Wilmsmeyer

Göttingen, den 07.04.10

12.5.10 20:27


13.01.09 Der Pfad zur linken, sowie zur rechten Hand

Der Pfad zur linken, sowie zur rechten Hand

 

Der Pfad der linken Hand eröffnet sich mir immer mehr als die diesseitige Welt welche auch als der weibliche Aspekt des Seins zu verstehen ist: Er steht für die fleischliche Materielle Welt für die Geburt, den Tod und die Bejahung des diesseitigen Lebens.
Beschreiter des Pfades zur Linken, leben danach ihre subjektive Wirklichkeit über die objektive Wirklichkeit zu stellen und ihr so einen Gottähnlichen Status zu verleihen. Sie essen Fleisch, nehmen Rauschmittel und geben sich der fleischlichen Lust hin. Im Hinduismus ist es Shakti, die weibliche Urkraft, verkörpert durch Sarasvati (Schöpfung/Vergebung/Einatmen), Lakshmi (Erhaltung/Aktivität/Atem halten) und Parvati (Zerstörung/Erlösung/Umformung/Ausatmen).
In den christlich geprägten Religionen tritt diese Kraft als Satan auf der es inzwischen zu einer eigenen Religion gebracht hat die ebenfalls den Pfad der linken Hand als Weg gewählt hat. Zu beachten sei ebenfalls das die linke Körperhälfte des Menschen als die weibliche Seite gesehen wird.


Der Pfad der rechten Hand jedoch, betrachtet das Diesseits, die Materielle Welt sowie die subjektive Wirklichkeit als etwas das es zu überwinden gilt um zur objektiven Welt, der geistigen, transzendentalen Welt jenseits zu gelangen. So verneinen sie den Genuss von Fleisch und Rauschmitteln und zelebrieren auch nicht selten die Keuschheit. Sie stellen die objektive Wirklichkeit über die Subjektive. Im Hinduismus wird dies durch Trimurti symbolisiert die Männliche Urkraft, verkörpert durch Brahma (Schöpfung/Vergebung/Einatmen), Vishnu (Erhaltung/Aktivität/Atem halten) und Shiva (Zerstörung/Erlösung/Umformung/Ausatmen). In den christlichen Religionen steht die heilige Dreifaltigkeit ähnlich dafür, wobei jedoch zu beachten ist das es eine ähnliche Trinität im weiblichen Aspekt nicht gibt. Auch hier steht die rechte Körperhälfte für die Männliche Seite des menschlichen Körpers.


Anmerkung:
In den meisten Religionen wird der Pfad der rechten Hand als der einzig richtige Pfad gesehen und beide sind sich gegenseitig ausschließende Strömungen. Im Hinduismus jedoch gelten diese als sich gegenseitig ergänzende. Wobei jedoch alle als heilig betrachteten Idole und Personen unserer Zeit definitiv dem rechten Pfad gefolgt sind, von komplementären Persönlichkeiten weiß ich zu dieser Zeit noch nichts und die Wandler des linken Pfades werden zumeist tabuisiert, totgeschwiegen, oder es wird einfach wenig über sie bekannt. Soweit ich weiß war Aleister Crowley jedoch einer dieser und damit auch der Bekannteste.
Im Voodoo wird der Pfad der rechten Hand praktiziert, sowie so ziemlich in allen Naturreligionen. Wobei man dies natürlich nicht verallgemeinern sollte denn letzendlich vereint fast jeder Mensch und damit auch jede Religion beide Aspekte in sich, jedoch wohl gemerkt in anderen Schwerpunkten.

 

Jan - Eike Wilmsmeyer

Göttingen, den 13.01.09

12.5.10 20:32


26.10.09 Schwimmen lernen

Schwimmen lernen

Du stehst an der Klippe.
Das Leben ist. Wie es immer war. Hinter dir der blutrote Himmel von schwarzen Wolken bedeckt.
Wo man hinsieht stehen Häuser. Erbaut aus abertausenden von Zahnrädern scheint es als würden sie in sich rotieren, fast so, als trieben sie das Ganze an. Die Maschine diktierter Realität welche gut geölt in sich Kontrolle kreirt.
Unser Leben geben wir für sie. Wie ein alt gewordener Affe im Käfig sitzend. Dem die Panik ans Herze will wenn einmal die Türe offen steht und ein Duft von Freiheit hereinweht. So sehr daran gewöhnt das er Angst hat es loszulassen weil das Leben seiner Art im entfleucht ist.
Nicht einmal Erinnerungen bleiben.
Hier und da entfremdete Überlieferung.

Du stehst an der Klippe.
Deine Augen ausgerissen weil du Angst hast zu sehen.
Aus Angst vor der unvermeidlichen Sehnsucht. Denn fühlen kannst du es noch.
Tief in dir drin verschart unter Neurosen der Entfremdung, siehst du es.

Du stehst an der Klippe.
Hinter dir der Tod.
Vor dir das blau strahlende Meer,
Hinter dir Zivilisation.
Vor dir das Chaos.
Du siehst das Blaue Meer.
Schmeckst die salzige, klare Luft im Winde.
Während du weiter über das Meer blickst siehst du alle Arten von Lebewesen.
Wie friedlich sie qicklebendig durcheinander Wuseln.
Du siehst Inseln.
Ihr grünes Strahlen erinnert an Smarage auf einem Meer von blauem Samt.
Sogar die Wellen erinnern mit jedem Schlag an die Klippe. dem Leben selbst.
Beinahe als Wollten sie die Menschen mit aller Kraft erinnern was das überhaupt heißt.
Leben.
Von weit her hörst du Möwen kreischen.
Der Wind weht pfeifend an dir vorbei und bringt fremde Düfte und Visionen mit sich.
Ebenso wie die Möwen. Steht auch er für das Leben.
Das chaotische, losgelöste Leben denkst du dir.

Als die große Sirene dich präzise pünktlich wie immer deiner Pflichten gemahnt drehst du dich um und gehst dem blutroten Untergang entgegen.
Du brauchst keine Augen für Routine.
Die schwarzen Wolken klingen heute verdächtig Nahe
Der Regen wird wieder Dreck mit sich bringen.
Und vielleicht, so denkst du bei dir. Sollte ich schwimmen lernen.


Jan - Eike Wilmsmeyer
Göttingen, 26.10.09

12.5.10 20:30


09.02.04 Zu viel

Zu viel

Die Sekunde
der Augenblick
wenn alles seinen Sinn verliert
Die Sekunde
der Augenblick
wenn alles was du sorgfältigst komprimiert
ins Nichts entrinnt
wenn alles was du sorfältigst sortiert
im Chaos versinkt
der Schock welcher tief in deinen Knochen sitzt
sich mit allen Emotionen tiefer ins Innere frisst
Beherrschung ein ergebnisloser Versuch
der Wahnsinn verschleiert das Hirn wie ein dunkles Tuch
und selbst dieses Bewusstsein
über das was mit dir geschieht
nicht Herr über sich zu sein
dich immer tiefer ins Dunkle zieht
dein Geist geht Wege die du meidest
aus Angst das du mehr als nur Schmerzen erleidest
aus Angst das etwas von dir hängenbleibt
in der endlos grausamen Ewigkeit
bis zu jenem Punkt wenn der Kessel der Emotionen zerbirst
und du wieder in deinem Leben mit deinen Leben alleine bist.

Jan - Eike Wilmsmeyer
Mainzholzen, den 09.02.2004

12.5.10 20:12


24.03.09 Wüstenrose

Wüstenrose

Lange war ich Reisender
durch das heil'ge Feld
trutz all der Begleiter
ward gern auf mich all eingestellt

Bis zu jenem Augenblick
dein Gesicht am Horizont erschien
empfand ich's Glück geschick
dich elfengleich und wunderschön

so war's ein stürmisch Wind
der Lebensglut in mir erweckte
und innig gleich dem Kind
als Feuer sich zum Himmel streckte

der bloße Anblick mich berührt
ganz gleich ob nur der Ferne
Berührung mich nach Eden führt
mit all der tiefen Wärme

doch du zerrtest mich zu Boden
in meine trockene Wüstenei
verfluchter Wind dort droben
das Glück im Flug ihn einerlei

so find ich mich gestrandet
in meiner Tode Garten
bin ich nun gelandet
ob meiner Geburt zu warten

doch eine Blüte späh' ich
rosenrot und schmerzlich schön
in all dem Sande seh ich dich
Erinnerung als Blume steh'n

wahrlich schwer fällt's dich als Anfang zu sehen
vom edlen Garten neuer Lebensweise
meinen liebend dank an dich, den werd ich sähen
dir, Wüstenrose, alles gute auf der Reise


Jan - Eike Wilmsmeyer
Waldmünchen, den 24.03.2009

12.5.10 20:11


30.04.03 Wiedersehen

Wiedersehen

Mein Platz an dem Bildschirm ist besetzt von meiner Hülle.
Die Seele wird umspielt von meinem engsten Verbündeten, der Musik.
Die Augen, des auf die Uhr schauens langsam müde, geschlossen.
Die Zeit vergeht in schmerzvoll langsamen Nadelstichen.
Ist es die Ungeduld?
Herangesehnt wird der Augenblick deiner Wiederkehr.
Im Geiste vernehm ich schon das Klingeln an der Tür.
Vor meinem inneren Auge stürme ich die Treppe hinunter.
Eine zarte Silhouette hinter dem gefärbten Glas.
Bist du es?
Die Zimmertür wird aufgerissen und mein Ich wendet sich der Realität zu.
Nur noch ein letztes Mal in den Totenwagen meines Bruders.
Dann.
Dann endlich werde ich dich wiedersehen.


Jan-Eike Wilmsmeyer
Mainzholzen den 30.04.2003

 
12.5.10 20:11


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